Samstag, 30. März 2013

Día de Peatón - Tag des Fußgängers

Vier mal im Jahr gibt es in Cochabamba verkehrsfreie Tage und zwar von morgens an bis ca. 18 Uhr. An diesen Tagen wirkt Cochabamba wie ausgewechselt. Das alltägliche Bild von Cochabamba - viel Verkehr, Stau, pfeifende Polizisten - die trotz vorhandener Ampeln den Verkehr regeln, überall hört man Autohupen, schwarz verfärbte Luft durch die Abgasen der Autos und als Fußgänger muss man ständig auf der Hut sein nicht überfahren zu werden. Umso mehr schätzt man die Ruhe an den verkehrsfreien Tagen :)
...ein eingespieltes Team - wir hatten nur zwei Fahrräder.

Ein seltenes Bild.








Die Stadt war voll von Fahrradfahrern und Fußgängern, die das Fahren schon fast unmöglich gemacht haben. 


Meine Hood

Bevor Antonia und ich bald in unsere eigene Wohnung ziehen (der Vertrag unseres Mitbewohners endet, weil er nach Schweden geht), möchte ich euch endlich mal Bilder von meinem Zuhause zeigen. Ich liebe dieses Haus, mit dem ich bereits viele Erinnerungen verbinde, dennoch freue ich mich auch auf den Umzug. 

Ausblick aus meinem alten Zimmer, als ich noch im Haus gewohnt habe

Es gibt viele Häuser, die nie fertig gebaut werden. Die einen sagen, dass den Leuten irgendwann das Geld ausgegangen ist, weil sie falsch kalkuliert haben. Andere sagen, die Leute machen das mit Absicht, dass sie die Häuser nie ganz fertigstellen, weil sie dann weniger Steuern zahlen müssen. 

 ...und dann gibt es auch die villenähnlichen Häuser.

Mein altes Zimmer


Meine tolle Foto-Wand, damit ich mich jeden Tag an eurem Anblick erfreue :)

Nach einigen Wochen bin ich in eine Art Gartenhaus gezogen und zwar in dieses Zimmer.

Dennis hat es sogar in meiner Lieblingsfarbe gestrichen :) 


Links wohnt Antonia und rechts wohne ich. In der Mitte des Ganges befinden sich unser eigenes Badezimmer und der Waschraum. In der neuen Wohnung werden wir leider keine Waschmaschine mehr haben, also heißt es für uns, wie für die Mehrheit der Bolivianer auch, mit Hand zu waschen. 

Mein Häuschen

 Meine "monos", die auf jeder Hausparty dabei waren, bis sie von den Hunden zerfressen worden sind.

Dennis - mein Mitbewohner in unserer Hängematte 

Hier wird der Müll noch vor dem Haus verbrannt. 

Hanita. Eine Freiwillige des letzten Jahres, mit der ich ca. noch einen Monat zusammen gewohnt habe. 

Unsere Straße mit einer herrlichen Kulisse, oder?!


 Hanna und Antonella

Direkt gegenüber von unserem Haus befindet sich eine "tienda", in der wir unser Brot kaufen. 


Dennis setzt sich für Straßenhunde ein und daher hatten wir eine Zeit lang zehn Hunde im Garten!!!! Und das passiert, wenn man aus Versehen die Tür des Badezimmers offen stehen lässt. 


Gavina aka Gavu - meine Mitbewohnerin

Das hat mir der Nikolaus gebracht, ist er nicht süss?!

Mango als wir ihn bekamen - einer unserer fünf Hunde

Unsere Küche, oft ein Chaos, aber irgendwann gewöhnt man sich dran.

Unser toller Kamin, an dem wir schon einige Weinabende verbracht haben.

Glühwein-Bratäpfel-Abend

...um ein wenig in Weihnachtsstimmung zu kommen. 
Julia

...da darf der Kamin natürlich nicht fehlen, trotz einer Außentemperatur von über 20 Grad :) 



Johanna und Marie


Irgendwann wurde es so heiß im Haus, dass wir uns draußen "abkühlen" mussten ;)

Unsere leckeren Bratäpfel

Marias Abschiedsparty

Maria ist meine Vorgängerin, mit der ich auch noch eine kurze Zeit zusammen gewohnt habe.




Das ist Maria.




Das berühmte "Freiwilligen-Getränk"...

...mit einem "gusano", den jeder Freiwillige einmal essen muss.



Flunkyball




Diese Blume spielt Geburtstagslieder. Das Schlimme daran - man kann sie nicht ausstellen. Als ich bereits schlief, haben sie die Blume in mein Zimmer geworfen, ihr könnt euch sicher vorstellen, wie schön es war ;)








Mittwoch, 27. März 2013

Traurig aber wahr!

Ich muss mal einige Gedanken zum Thema MACHTLOSIGKEIT loswerden, die mich ziemlich beschäftigen...

Auf den Plazas gibt es unzählige Dorgenabhängige, die sich samt ihrer Kinder dort aufhalten, so dass selbst andere "inhaladores de clefa" auf uns zukommen und sagen, könnt ihr denn nichts unternehmen und ihnen ihre Kinder wegnehmen!? Schaut euch nur mal an, wie sie hier leben?! Die Worte bleiben im Raum stehen und lösen sich nach einiger Zeit auf, ohne das etwas passiert. Alles läuft weiter wie bisher, nur das Gefühl der MACHTLOSIGKEIT wird immer größer. Es will einfach nicht in meinen Kopf, dass man wirklich nichts tun kann. In Deutschland würde man dies einer Behörde melden, zwar dauert es auch seine Zeit und läuft nicht immer reibungslos ab, aber es passiert etwas. Auch wenn man die Augen vor dem, was hier passiert verschließen möchte, es ist nicht möglich. Es gibt einfach zu viele Kinder, die aufgrund des Drogenkonsums ihrer Eltern auf der Straße leben müssen. Diese Tatsache wird mir jeden Tag aufs Neue ins Gedächtnis gerufen, wenn ich die Kinder neben ihren dorgenabhängigen Eltern auf einem kleinen Stückchen Gras inmitten einer befahrenen Straße spielen sehe. Einigen Leuten mag dieses Bild tatsächlich erfolgreich entgehen, denn die reicheren Menschen aus dem Norden begeben sich gar nicht erst in die Stadt, weil es ihrer Meinung nach zu gefährlich ist. Sie scheinen in ihrer kleinen perfekten Welt zu leben, die all das Leid der eigenen Stadt nicht zulassen möchte und einfach ausblendet. Ich möchte nicht alle in einen Topf werfen, das muss ich immer wieder sagen. Auf der anderen Seite denke ich wieder, kann man es ihnen vorwerfen, dass sie sich abgrenzen? Was können sie tun? Wenn selbst wir als Einrichtung MACHTLOS sind? Auf meine Frage hin, warum nichts bezüglich der Kinder unternommen wird, wurde mir gesagt, dass es einfach keine Plätze mehr in den Heimen gäbe. Würde man samt eines Kindes zur Behörde gehen und seine Umstände melden, wären sie dazu verpflichtet es aufnehmen, dennoch ändert sich nichts an der Tatsache, dass sie keine Möglichkeit hätten es unterzubringen. Das ist der Grund, warum die Behörden sich gar nicht erst die Mühe machen auf die Straße zu gehen. Sie wissen über die Umstände Bescheid, sind aber aufgrund von Platzmangel ebenfalls MACHTLOS.
Vor kurzem kam eine "inhaladora de clefa" auf mich zu und fragte mich ob ich ihr Kleidung bringe. Daraufhin fragte ich sie, ob sie denn arbeiten gehe und Geld verdienen würde. Natürlich. Was sie mit dem Geld macht, muss ich wohl nicht näher erläutern. Warum sie mich das fragt? Es gibt viele Menschen, die ihr Herz erleichtern oder einfach eine gute Tat vollbringen möchten und ihnen Kleidung und Essen bringen. Was sie damit erreichen? Genau das Gegenteil! Denn warum sollten die Menschen auf der Straße ihren Lebensstil ändern, wenn sie doch ohne etwas dafür zu tun, Essen und Kleidung bekommen. Viel wichtiger ist es sich mit dem Leben von ihnen auseinanderzusetzen, es versuchen zu verstehen und erst dann zu handeln. Leichter gesagt als getan. Diese Arbeit kann ganz schön frustrierend sein, denn die Leute auf der Straße sagen viel, aber halten kaum bis gar nichts davon ein. Der Wille muss jedoch von ihnen kommen, sonst ist es schier unmöglich sie zu unterstützen. Ich dagegen quäle mich mit der Frage, ob ich studieren oder arbeiten möchte. Soviel zum Thema Gerechtigkeit in der Welt!

Samstag, 2. März 2013

Persönliche Eindrücke/ Erfahrungen



Was fasziniert, was verunsichert, was „befremdet“?

Was fasziniert – die Lebensfreude der Menschen; wie viele Tage hintereinander gefeiert werden kann; die wenigen Unfälle bei der Fahrweise; zehn Polizisten, die an einer einzigen Kreuzung trotz funktionierender Ampel den Verkehr regeln; die Kontraste, die dieses Land aufzuzeigen hat; das Essen; Nationalfeiertage und die Tatsache, dass es nicht realitätsfern wäre, dass selbst Marienkäfer ihren eigenen Feiertag haben; wie vielfältig und interessant eine Kultur sein kann; Rituale; wie viel Zucker sich in Lebensmitteln befinden kann, weil es sonst nicht schmeckt; dass alle von einem Teller und mit den Fingern essen; die „Baby-Trage-Technik“ und die Art und Weise der Durchführung; dass Kinder niemals mit Hunden an der Leine spazieren gehen, sondern sie eher Kühe an der Leine spazieren führen; die Selbstverständlichkeit des öffentlichen Pinkelns, selbst an Ampeln auf großen Kreuzungen; dass Kleinkinder beim Wickeln einfach auf den Boden gelegt werden, beziehungsweise grundsätzlich auf dem Boden liegen; dass Kinder zur Arbeit mitgenommen werden; dass wenn auf der Arbeit nichts zu tun ist, man auch einfach mal ein Nickerchen halten kann, bis man von dem nächsten Kunden geweckt wird; „cholitas“; die Tütenwirtschaft, Trinken und Essen wird überwiegend in Tüten verkauft, um Teller nicht spülen zu müssen werden auch diese in Tüten verpackt und nach Verzehr wird die Tüte einfach ausgetauscht; die herunterhängenden Stromleitungen; dass an jeder Kirche, an der man vorbeigeht, das Kreuzzeichen gemacht wird, aber die Kirche an Heiligabend fast leer ist; traditionelle Musik, die Tänze und Kostüme dazu; dass jedes noch so kleine Dörfchen einen Schutzpatron hat, der einmal im Jahr über mehrere Tage gefeiert wird (ich weiß nicht ob die eigene Vorstellungskraft dazu ausreicht, um zu begreifen, wie viele Feste es demnach gibt); dass auf einem Motorrad eine ganze Familie samt Kleinkind Platz findet und der Helm überbewertet wird (wenn ein Helm getragen wird, trägt diesen meistens der Mann vorne); Alkoholkonsum; die Tatsache, dass Evo Morales davon überzeugt ist, dass das Erlernen indigener Sprachen gefördert werden muss, aber selbst keine davon spricht; dass vor Präsidentschaftswahlen das Ausschenken von Alkohol verboten ist; wie groß der 15. Geburtstag von Mädchen gefeiert wird; dass eine Milchpackung 946ml Milch enthält; die Preise für uns Europäer und die Tatsache, dass wir genauso handeln wie die Bolivianer; die Art zu teilen; wie lange Kinder noch bei ihren Eltern leben; Unpünktlichkeit, dass wenn etwas um 10 Uhr starten soll, es in Wirklichkeit um 14 Uhr beginnt; Süßigkeiten zum Frühstück; dass wenn Evo Morales sich aufgrund der Verlegung einer neuen Gasleitung in der eigenen Straße befindet und man nicht kommt, man mit Konsequenzen zu rechnen hat; dass Hühnchen als vegetarisch bezeichnet wird; dass aus dem Fenster des Busses heraus Speisen und Getränke gekauft werden können und auf dieselbe Art und Weise auch Müll entsorgt werden kann; zu neunt in ein normal großes Taxi steigen und sagen, dass noch drei Leute Platz haben; nach dem Weg fragen und sofort eine Antwort bekommen - die komplett falsch ist; die goldenen Sterne auf den Zähnen einiger „cholitas“; wie schick sich die kleinen Kinder für die Schule machen; frisch gepresster Orangensaft für knapp 30 Cent und noch kostenlos nachgeschenkt bekommen; Prostitution; dass du alles auf der „cancha“ kaufen kannst und sich die Bolivianer bei der Größe der „cancha“ orientieren können; wenn du Schuhe suchst, brauchst du nur in eine Straße zu gehen und du triffst auf mindestens 20 nebeneinanderliegende Schuhgeschäfte; seine Wäsche im Fluss mit Hand zu waschen; dass die Apotheker die neuen Ärzte sind; dass ein Arzt, egal was man hat, mindestens drei verschiedene Medikamente verschreibt; dass es erst seit letzter Woche nicht nur im Norden der Stadt (wohlhabenderes Viertel) Mülleimer gibt und zwar mit Trennungssystem, womit die Mehrheit nichts anzufangen weiß; niemals im Bikini schwimmen zu gehen; nach jedem Telefonat statt „tschüss“ „listo“ (fertig) zu sagen; dass man sich nicht an Straßennamen und Nummern orientiert, sondern an sich zwei kreuzenden Straßen; dass einige Fahrzeuge mehr Lichter besitzen als die Fahrgeschäfte auf der Kirmes; dass egal ob du dich in einer Bank oder in der Apotheke befindest, du eine Nummer ziehen musst, weil sonst die Reihenfolge nicht respektiert wird; dass man mindestens einmal im Monat nicht zur Arbeit kommt, weil es „bloqueos“ gibt und selbst die Taxifahrer, wenn man sie anspricht, manchmal sagen, dass sie heute keine Lust hätten zu fahren; dass egal ob auf Hochzeiten oder Partys immer in einer Reihe getanzt wird; die Verniedlichung eines jeden Wortes; der Mischglaube – Katholizismus, in dem oft noch Magie und Geistergläubigkeit eine Rolle spielen.      

Was verunsichert – die unsicheren Straßen Boliviens, wenn man diese, die bei Regen eher einem Fluss ähneln, als Straßen bezeichnen kann; die vielen Straßenhunde; die „chicos“, die sich mit dir treffen, obwohl sie Frau und Kind zu Hause haben; Kinderarbeit und die immer wiederkehrende Diskussion, ob man sie in Form von Geld unterstützen sollte oder nicht (meiner Meinung nach ist Geld an der Stelle keine Lösung); das Fehlen von Fußgängerampeln (zeigt deutlich wer im Straßenverkehr was zu „sagen“ hat – hier gilt: je größer das Fahrzeug, desto mehr Rechte im Straßenverkehr hat es); der ständige Durchfall in den ersten Monaten und die Tatsache, dass man trotzdem zunimmt; eine Gruppe von „inhaladores de clefa“ die auf einen zukommt; dass man abends von der Arbeit zum „trufi“ begleitet werden muss; dass man nicht an jedem beliebigen Geldautomaten Geld abheben sollte; all die Tricks, die es gibt, um jemanden auszurauben; Leid und Armut; das Hinterherpfeifen seitens der Polizisten und deren Freundlichkeit Ausländern gegenüber; dass alle einen mögen, wenn man weiß und blond ist; die strengen Regeln von Eltern und die Tatsache, dass ich den Eltern einer 24jährigen Freundin einen Besuch abstatten und um Ausgeh-Erlaubnis bitten muss; die Mundhygiene der Kinder; dass die Kinder trotz jeglicher Krankheit in den Kindergarten gebracht werden; dass Kinder betrunken oder auch einfach mal gar nicht abgeholt werden; dass man als Tourist grundsätzlich abzuziehen versucht wird; dass Lehrer einfach nicht zum Unterricht erscheinen; Dinge, die für uns selbstverständlich sind, für die Bolivianer zu Luxus gehören; die Möglichkeit Hundewelpen auf dem Markt einkaufen zu können; 36,4% der Straßen in der Umgebung nicht bei Nacht betreten zu können (nach eigenen Berechnungen), weil selbst die Einheimischen diese als gefährlich bezeichnen und nicht dort lang gehen; die etlichen Narben betrachten und sich fragen, wie so etwas überhaupt zu Stande kommen kann; dass die meisten der Prostituierten nicht mit Geld umgehen können und es für Luxusartikel ausgeben statt in ihre Zukunft zu investieren; dass Frauen oder Kinder seitens ihrer Partner Gewalt erleben und dies aber oftmals kein Trennungsgrund ist; die schlechten Bedingungen in den Hostals der Prostituierten; die Tatsache, dass die Prostituierten aufgrund ihres Verdienstes ihren Job nicht aufgeben möchten, aber es ihnen die Gesellschaft schwer macht als „normale“ Frau anerkannt zu werden, die weder stehlt noch tötet oder sonstiges Verbrechen begeht, sondern einfach nur ihrem Job nachgeht, der meiner Meinung nach wichtig ist (Grundvoraussetzung: freier Wille); dass kaum einer einen 100 bolivianischen Schein (10€) annimmt, weil er kein Wechselgeld hat; die Bilder von verbrannten Körpern auf der Titelseite der Tageszeitung; wie verwahrlost die Kinder zum Teil sind; die Tatsache, dass Kinder überall hin mitgenommen werden selbst in die Nachtvorstellung im Kino; dass vor jedem Eingang einer Bank ein Polizist mit mindestens einer Waffe steht und alles was er tut, dir hinterherzuschauen ist (ohne arrogant zu klingen); dass auf jeder Werbung nur „Weiße“ zu sehen sind; dass die meisten Bolivianer weder schwimmen noch Fahrrad fahren können.

Was „befremdet“ -  das Misstrauen, das man den Menschen gegenüber leider oft haben muss; die Korruption, die einfach überall ist, jedoch auch vieles „leichter“ macht, zum Beispiel beim Umgehen eines Strafzettels; wie grausam Korruption sein kann; dass man niemals sein Hab und Gut aus den Augen lassen sollte; dass fließend Wasser keine Selbstverständlichkeit ist; Organhandel; der schnelle Einsatz von Rauchgas seitens der Polizei; Gewalt; Verantwortungslosigkeit seinen Kindern gegenüber; dass „inhaladores de clefa“ von Polizisten aufgesucht, beraubt und teilweise misshandelt werden; über Schlafende „steigen“, die in den Gassen der Stadt wohnen; Machtlosigkeit; die Tatsache, dass die Kinder meist keine andere Wahl haben, als denselben Weg einzuschlagen wie ihre Eltern, wenn sie aus ärmlichen Verhältnissen kommen; die katastrophalen Umstände in den Gefängnissen und die Tatsache, dass ganze Familien dort zusammenlaben und manchmal selbst Opfer und Täter sich auf engstem Raum befinden; das Alter der Straßenkinder, das heißt ab wann sie bereits auf die Straße gehen (oft aufgrund der Gewalt zu Hause) und in wie jungen Jahren sie aufgrund der Nebenwirkungen des Klebstoffes sterben; dass die „inhaladores de clefa“ durchgehend mit dem Kleber unter der Nase herumlaufen. 

Donnerstag, 14. Februar 2013

'Kleine' Dinge aus dem Alltag, die einen zum Nachdenken bringen:

Beim Kochen in der Organisation habe ich mich mit der Köchin (Mutter zweier Kinder, die bei uns im Kindergarten sind) unterhalten. Es ging um ihren ältesten Sohn (17 Jahre), der seit Kindesalter auf der Straße gelebt hat und nun wieder zu Hause bei seiner Mama wohnt. Als ich sie fragte, was er mache - Arbeit, Schule - sagte sie nur, er sei zu Hause. Als ich fragte warum, antwortete sie, er könne sich noch keine Arbeit suchen, da er keine Schuhe besäße.
Traurige Realität und leider kein Einzelfall was Armut betrifft.